Biker X Wahrheiten (die aber auch im Dual gelten)

Ein Bild von meinem schottischen Freund Jon_E. Schaut mal wie es die Gabel biegt. Track: Fort Williams 4X

 

 

1. Wer schneller den Kurs drin hat kann leichter gute Qualizeiten fahren. Besonders beim World Cup sind die Trainingszeiten mager. Einige MDCler werden das bestätigen können. "Mit mehr Training hätte ich den Jump auch genommen" hört man hinterher öfters. Mehr ist aber nicht, und deshalb muß, wer WC fahren will sehr schnell Strecken und Sprünge analysieren. Probiert es mal aus wenn Ihr auf eine neue Strecke kommt, wie ihr nach nur einer Stunde Training (bei vollem Verkehr auch zwei) zurande kommt.

2. Wer schneller in der Quali war, hat es am Start leichter. Die Qualischnellsten kriegen nicht nur die leichteren Gegner zugeteilt, sie dürfen sich auch noch den besseren Startplatz raussuchen. Das hat manchmal erheblichen Einfluß auf das Rennen. Eine schnelle Qualizeit zahlt sich also doppelt aus.

3. Wer schneller startet kann leichter das Rennen beherrschen. Überholen ist schwerer als nicht überholt zu werden. Gerade beim BikerX macht man sich am besten aus dem Staub und fährt vor, anstatt zusehen zu müssen wie drei Leute einem in die Suren gurken. Ein kräftiger Antritt schade also auf keinen Fall.

Ein supergeiles Bild von einem Petr Bures (petan@kolo.cz). Aufgenommen beim Tschechischen BikerX Cup Finale in Spindleruv Mlyn zeigt es alles was Bikercross kann. www.freeride.cz oder www.kolo.cz geben Infos zu diesem Cup. Die Strecke im Riesengebirge ist permanent!

4. Wer schneller denkt gewinnt. Steckt man doch mal im Pulk ist sind fixe Entscheidungen gefragt um Überholchancen zu nutzen und vielleicht sogar zu kreieren. Denn wenn alle die Ideallinie fahren, kann keiner überholen. Alternativen Linien, die der Kursdesigner hoffentlich eingebaut hat, sollte schon im Training etwas Zeit gewidmet werden. Eventuell weicht die Ideallinie beim Verteidigen einer Führung, aber vor allem beim Angreifen auch erheblich von der Qualilinie ab. In der Quali fährt man die flüssigste und insgesamt schnellste Linie. D.h. z.B. durch einen Anlieger, weil man so mehr Schwung für die nächsten Sprünge hat. Für einen Angreifer kann es von Vorteil sein, statt des langen Weges durch den Anlieger kurz innen über das „Grün“ zu schneiden, obwohl man dann selbst nicht springen kann. Das Verlassen der Ideallinie ist aber bis zum Sprung der schneller und es geht darum, vor dem Führenden in die Anfahrt zum Sprung zu kommen und ihn damit fair auszubremsen und auch ihm den Schwung für den Sprung zu rauben. Und damit natürlich die Führung zu übernehmen. Nach der Aktion hilft Dir dann wieder Dein kräftiger Antritt. Bleibst Du beim Kurvenschneiden allerdings hinten hinten und bretterst ihm rein, verdienst Du Rot, lenke dann also lieber ein und hoffe das Dein jetzt hoffentlich nervöser Gegner sich doch noch in einen Fehler treiben läßt.

5. Wer schneller Schwächen ausnutzt kommt eher zum Überholen. Anderes Denkbeispiel: Zwei Fahrer vor Euch behindern sich gegenseitig, sie drücken und schieben und verlieren in den Hindernissen den nötigen Flow. Ihr schließt auf. Überholen ist allerdings mit höchtem Risiko verbunden. Eine Entscheidung ist gefragt: Mitrangeln oder Abstand halten, dafür aber den Flow und auf einen Patzer/Sturz der beiden hoffen? Guido Tschugg behielt bei der WM in Kaprun einen klaren Kopf, Abstand und seinen Schwung. Damit konnte er als einziger über den gaaaaaaaannnzzzz langen Double ziehen und damit vorbei an den Streithähnen. Ein Taktischer Erfolg! Auch die Trainingsschwächen der Gegner sollte man sich einprägen. Wenn jemand einen Sprung stets links und stets unsicher anfährt solltet Ihr ihn genau dort auf rechts angreifen. Manchmal fährt jedermann deutlich vor einer Kurve weit an um wie erwäht den gesamten Speed mitnehmen zu können. Bei solchen Situationen bieten sich Dir als Verfolger Angriffsflächen bzw. Linien. Wenn Du eng und gerade die Kurve anfährt gelingt es Dir vielleicht vor dem Kontrahenten das Frontwheel in die Kurve zu bekommen. Damit Du die richtigen Entscheidungen fällst hilft, eine schnelle Denke, die man trainieren kann, wenn man mit mehreren Leuten zusammen fährt. Damit Deine Entscheidung nicht im Voraus erahnt wird, lohnt es vielleicht in der Kurve vorher ein Manöver anzutäuschen. Vorausgesetzt der Kurs ist lang genug...

Uwe

 
 
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